autonomie-beduerfnisorientierung

autonomie-beduerfnisorientierung

Wie bereits hier beschrieben, steht der Psychiatrieerfahrene mit all seinen Ressourcen im Mittelpunkt. Er wird betrachtet „[...] als Subjekt mit [...] Möglichkeiten und Fähigkeiten, Wünschen und Bedürfnissen, Erlebnissen und Erfahrungen, enttäuschten oder auch erfüllten Hoffnungen [...]." [24] Gleichzeitig wird jedes Individuum auch im jeweiligen persönlichen Kontext gesehen, d. h. dass bestimmte Rahmenbedingungen wie Umwelt, Lebensgeschichte usw. als gegeben angesehen werden müssen; jedoch in verschiedenem Maße auch von ihm selbst beeinflussbar sind.

Den Begriff Autonomie beschreibt HERMANN SIMON wie folgt: „Die Selbstverantwortung für das eigene Schicksal ist das höchste Gut, dass das Lebewesen [...] besitzt; ihr verdankt es sein Dasein, seine Kraft und seine Fähigkeiten."[25] Der Autonomie im Sinne des Empowerments kommt damit eine äußerst existenzielle Bedeutung zu.

Unter Bedürfnisorientierung versteht HERMANN SIMON, die Präferenz der „Rechte und Ansprüche", „die der Kranke selbst an das Leben stellt". [26] So sind die eigenen Lebensentwürfe des Betroffenen maßgebend, so abweichend sie auch immer von den eigenen oder gesellschaftlichen Erwartungen sind.

Professionell Tätige bekommen aber nur dann einen Zugang zu den Vorstellungen der Betroffenen, wenn sie Ihnen mit viel Aufmerksamkeit entgegenkommen und durch aktives Zuhören ihre Bedürfnisse wahrnehmen.

Zusammenfassend ist ersichtlich, dass alle Aspekte bzw. Ebenen des Menschenbildes mehr oder weniger ineinander übergreifen und sich synergetisch ergänzen.

In einer grafischen Übersicht zeigen sich die, in diesem Abschnitt beschriebenen Elemente des Menschenbildes unter Empowerment-Perspektive folgendermaßen:

Abbildung 1: Elemente des Menschenbildes unter Empowerment-Perspektive [27]

Als abschließende Feststellung kann im Sinne des Empowerments von einem von Emanzipation und Autonomie geprägten Menschenbild gesprochen werden, welches zu grundlegenden Veränderungen in der psychosozialen Praxis appelliert.

[24] Krisor, Matthias: Sozialpsychiatrie. Menschenbild und Empowerment.; In: Lenz, Albert & Stark, Wolfgang (Hrsg.); 2002: Empowerment. Neue Perspektiven für psychosoziale Praxis und Organisation.; Tübingen (dgvt-Verlag), Seite 115

[25] zitiert nach Krisor, Matthias: Sozialpsychiatrie. Menschenbild und Empowerment.; In: Lenz, Albert & Stark, Wolfgang (Hrsg.); 2002: Empowerment. Neue Perspektiven für psychosoziale Praxis und Organisation.; Tübingen (dgvt-Verlag) Seite 116

[26] ebd.

[27] vgl. Krisor, Matthias: Sozialpsychiatrie. Menschenbild und Empowerment.; In: Lenz, Albert & Stark, Wolfgang (Hrsg.); 2002: Empowerment. Neue Perspektiven für psychosoziale Praxis und Organisation.; Tübingen (dgvt-Verlag), Seite 120

Über die Autorin/den Autor
Antje Henkel schloss 2005 Ihr Diplom-Studium Sozialarbeit/Sozialpädagogik an der Evangelischen Fachhochschule Berlin ab.

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