Heilpädagogische Therapie bei verbale Entwicklungsdyspraxie

Heilpädagogische Therapie bei verbale Entwicklungsdyspraxie

Ich stelle hier eine spezielleTherapiemethode für sprechdyspraktische Kinder vor, die auch Heilpädagogen anwenden können. Es ist notwendig, dass das Alter des Kindes, begleitende Probleme und die Familiensituation berücksichtigt werden. Der Heilpädagoge
sollte sich nicht nur auf die verbale Entwicklungsdyspraxie des Kindes konzentrieren und andere Defizite dadurch vernachlässigen. Es wurde festgestellt, dass Kinder mit verbaler Entwicklungsdyspraxie kaum auf herkömmliche Therapien reagieren. Aus der heilpädagogischen Sicht sollte gerade an diesem Punkt angesetzt werden.

Die Einbeziehung prosodischer Aspekte in die Therapie

„Rhythmus, Akzentuierung und differenzierte Bewegungsmuster sind oft hervorgehobene methodische Möglichkeiten in der Therapie mit dem sprechdyspraktischen Kind." (Anne, Schulter-Mäthe, verbale Entwicklungsdyspraxie, S. 142)

"Eine wichtige Therapiemethode ist die „melodische Intonationstherapie". Die wechselnde Betonung verbessert die Sprachproduktion des Kindes mit verbaler Entwicklungsdyspraxie. „Der Autor Rosenbeck befürwortert auch den systematischen Einsatz von Rhythmus, Intonation und Ganzkörpermotorik. Lieder und Reime bezeichnet Rosenbeck als 'faciliators' einer Sprachtherapie" (Anne-Schulter-Mäthe, Verbale Entwicklungsdyspraxie, S. 142).

Zur gesungenen und gesprochenen Sprache werden in der Therapie außerdem Körperbewegungen, mit dem Fuß oder Finger den Rhythmus klatschen, und Ganzkörpebewegungen eingesetzt. Besonders die melodische ( prosodische) Komponente der Sprache soll mit diesen Aktivitäten hervorgehoben werden. Diese melodische Intonationstherapie ist geeignet für Kinder mit verbaler Entwicklungsdyspraxie mit folgender Symptomatik: „Sprache nicht flüssig, Sprachverständnis und verbales Gedächtnis mittelschwer gestört bis normal, mühsame Versuche, die richtige Mundstellung zu finden, Artikulation schlaff und Benennen bzw nachsprechen kaum möglich." (Lugt-v. Wiechen, Visch-Brink 1989, S.142)

Als Heilpädagoge kann man prosodische Aspekte mit in die Therapie einbeziehen. Kinder mit verbaler Entwicklungsdyspraxie können durch sich selbst, ihre Kreativität, Ideen, Möglichkeiten usw. entdecken und ausdrücken. Außerdem lernen sie im Austausch, im Gesang und in der Kommunikation mit anderen ihre Sprache zu verbessern. Nicht die Sprachbeeinträchtigung steht dabei im Vordergrund, sondern das Kind mit seiner ganzen Persönlichkeit. In der Musik geht es immer um Klang der Laute, Sprechrhythmus und Sprechmelodie. Deshalb kann es aus heilpädagogischer Sicht gerade bei diesen Kindern eingesetzt werden. Insbesondere soll der Rhythmus genutzt werden. Finger-, Kreis-, und Sprachspiele eignen sich hervorragend zur rhythmisch und sprachlichen Förderung. Sprache, Rhythmus, Bewegung und Handlung sind dabei unmittelbar miteinander verbunden. In der heilpädagogischen Arbeit wird so ihre Koordination eingeübt. Ein Beispiel einer ryhthmischen Übung ist „Brüderchen komm' tanz' mit mir, beide Hände reich' ich dir". „Dies ist ein Tanzlied für das Pärchen, die anderen klatschen. Ziel: Gemeinschaftserlebnis, gesteigerte Aufmerksamkeit auf den beiden Tänzern, Aufbau von Körperempfindung und Selbstgefühl, Melodie- und Rhythmusempfinden werden geübt)." (Dagmar Heinemann, Förderung der Selbst- und Fremdwahrnehmung von sprachentwicklungsverzögerten Kindern)

Systematik und DefinitionenFormen und HäufigkeitUrsachen von verbaler EntwicklungsdyspraxieSymptome der verbalen EntwicklungsdyspraxieDiagnose von verbaler EntwicklungsdyspraxieFolgen von SprachentwicklungsstörungenHeilpädagogisches Handeln und KonzepteFazitLiteraturangaben

Über die Autorin/den Autor
Diana Saft ist staatlich anerkannte Heilpädagogin und Heilerziehungspflegerin. Sie sammelte bisher Erfahrungen in einem Seniorenheim, in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, in einem integrativen Kindergarten und in einem deutschen Kindergarten in den USA.

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