Heilpädagogisches Handeln und Konzepte

Heilpädagogisches Handeln und Konzepte

Einleitung

Die kindlichen Sprachentwicklungsstörungen sollten so früh wie möglich behandelt werden. Die Sprachkompetenz des Kindes stellt den wichtigsten, den ersten Rang dar. Sprachfähigkeit beeinflusst unsere Kommunikationsprozesse, ist die Grundvoraussetzung für das Lesen- und Schreibenlernen und den Wissenserwerb. Sprachentwicklungsstörungen können die soziale, kognitive und emotionale Entwicklung in großem Maße beeinträchtigen (vgl. Heilpädagogik Online, 02/2005).

Es sollen sich sprachtherapeutische Maßnahmen und heilpädagogische Sprach- und Kommunikationsförderungen positiv ergänzen. Eine interdisziplinäre Arbeit ist hier notwendig. Die heilpädagogische Förderung bei Sprachentwicklungsstörungen wird im Rahmen allgemeiner Entwicklungsverzögerungen angewandt. „Bei entwicklungs-
verzögerten Kindern muss die Gesamtentwicklung gefördert werden und Sprache ganzheitlich mit einbezogen sein." (Sigrun von Loh, Entwicklungsstörungen bei Kindern, S. 307) Die Förderung vollzieht sich in alltagsnahen Kommunikationssituationen. Der Heilpädagoge kann hierbei intensiv auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Kindes eingehen und zusätzlich bezieht er therapeutische Elemente mit ein.

Heilpädagogische Ziele

Heilpädagogische Ziele in der Arbeit mit sprachauffälligen Kindern sind:

  • „Abbau von Hemmungen und Sprechängsten durch die Bewältigung von ängstlichen Situationen
  • Aufbau der Sprechfreudigkeit
  • Anregung zur sprachlichen Eigeninitiative
  • Förderung der Selbstsicherheit
  • allgemeine Verbesserung von sprachlichen Kompetenzen auf allen linguistischen Ebenen
  • der Verbesserung der grob- und feinmotorischen Fähigkeiten
  • Verbesserung kognitiver Leistungen
  • soziale Austausch und Kontakt"

(vgl. Fendrich,B. (2000) Sprachauffälligkeiten im Vorschulalter. Kinder mit Sprach- und Sprechstörungen und Möglichkeiten ihrer pädagogischen Therapie).

Diese Ziele können durch verschiedene Methoden erreicht werden. Die Angebote sollen auf spielerischer Weise erfolgen. Wichtig ist aber auch der Kontakt zu anderen Kindern. Der Heilpädagoge hilft dem sprachauffälligen Kind seine Schüchternheit und Kontaktängste gegenüber Kindern zu überwinden.

Weitere pädagogische Aufgaben des Heilpädagogen sind u.A. Blickkontakt halten, Zuhören, Neugier fördern, Beschreibung von Handlungen und Gefühle des Kindes, das Kind aussprechen lassen und die kindliche Sprache anregen. (Vgl: Siegrun von Loh, Entwicklungsstörungen bei Kindern, S. 309- 310) Es ist wichtig, dass der Heilpädagoge die Modellfunktion erhält. In spielerischer Situationen kann die sprachliche Kompetenz des
Kindes verbessert und erweitert werden. „Modelliertechniken werden handlungsbegleitend eingesetzt [...]. Die Modelliertechniken können in diesen Bereichen angewandt werden: Psychomotorik, konstruierende und darstellende Spiele, Finger-, Kreis-, und Sprechspiele, Rhythmik, Bilderbuch und Wahrnehmungsförderung." (Dannbauer, 1987, S. 53)

Über die Autorin/den Autor
Diana Saft ist staatlich anerkannte Heilpädagogin und Heilerziehungspflegerin. Sie sammelte bisher Erfahrungen in einem Seniorenheim, in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, in einem integrativen Kindergarten und in einem deutschen Kindergarten in den USA.

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