Elterngespräche und Einbeziehung von Eltern

Elterngespräche und Einbeziehung von Eltern

Als Heilpädagoge sind Elterngespräche unablässig. Gerade weil sich die Eltern der Kinder schuldig fühlen, ist es wichtig, ein Gespräch über die „Schuldfrage" zu führen. Ziel der Elterngespräche : „Es soll aufgezeigt werden, wie ein Steckenbleiben in der oft quälenden Schuldfrage überwunden und durch positive Haltung zur Veränderung der Sprachauffälligkeit des Kindes abgelöst werden kann." (Wolfang Wendlandt, Sprachstörungen im Kindesalter,S.56) Eltern suchen nach der Ursache der Sprachauffälligkeit. Als Heilpädagoge sollte man Folgendes vermitteln: Es gibt keine eindeutigen Entstehungsursachen. Daher muss immer von einem Bündel von verursachenden Faktoren ausgegangen werden. Die Eltern sollen hierbei neue
Sichtweisen von ihren Kindern entwickeln. Ziel ist, dass die Eltern sich konkreten Veränderungsmöglichkeiten auseinander setzen. Egal wie stark die Auffälligkeit ist, die Eltern, Erzieher und andere Fachleute können das Kind vielfältig fördern. Beim Auftreten einer Sprachentwicklungsstörung benötigt das Kind viel Verständnis, Aufmerksamkeit und Ermunterung.

Bei der verbalen Entwicklungsdyspraxie kann der elterliche Druck zu einem Störungsbewusstsein beim Kind führen. Wenn somit die Sprechsituation als emotionale Belastung empfunden wird, besteht die Gefahr einer Verfestigung der Sprechstörung. Hier
beginnt der Teufelskreis. Begonnen mit den Aussprachefehlern, auf die mit Ermahnung reagiert wird, führt diese zu einer inneren Anspannung. Das Kind wird unsicherer und somit kann sich die verbale Entwicklungsdyspraxie verfestigen. Aufgabe des Heilpädagogen ist es, dem entgegen zu wirken durch entsprechende Elterngespräche. In den Elterngesprächen sollte ggf. der Teufelskreis aufgezeigt werden sowie Möglichkeiten der Sprachförderung durch die Eltern.

Eltern können dem entgegenwirken, indem sie für das Kind eine angenehme Sprechsituation schaffen. Auch Sprechspiele, die zum entspannten Sprechen ermutigen
und ein kindlich angepassten Sprachniveau können große Hilfen sein. Auch können im Gespräch Äußerungen des Kindes aufgegriffen und in die korrekte Form gebracht werden. So hat das Kind ein sprachliches Vorbild, ohne die Freude beim Sprechen zu verlieren. Lieder, Reime und Fingerspiele sind ebenso geeignet die sprachliche Entwicklung zu fördern. Das Kind lernt spielerisch den Umgang mit Worten, erweitert seinen Wortschatz, verbessert seine Merk- und Konzentrationsfähigkeit und hat viel Freude daran.

Über die Autorin/den Autor
Diana Saft ist staatlich anerkannte Heilpädagogin und Heilerziehungspflegerin. Sie sammelte bisher Erfahrungen in einem Seniorenheim, in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, in einem integrativen Kindergarten und in einem deutschen Kindergarten in den USA.

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