Einführung in die Heilpädagogische Entwicklungsförderung

Einführung in die Heilpädagogische Entwicklungsförderung

In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick, wozu heilpädagogische Entwicklungsförderung geeignet ist und wie sie im Allgemeinen funktioniert.

Für wen ist die heilpädagogische Entwicklungsförderung (HPE) geeignet?

Eine heilpädagogische Entwicklungsförderung ist eine systematische Hilfe für Menschen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, die entwicklungsverzögert, verhaltensauffällig oder geistig behindert sind.

Was soll die HPE bewirken und wie wendet die Heilpädagogin eine HPE an?

Eine Heilpädagogin bietet Fördereinheiten an und berücksichtigt dabei die indivuellen Möglichkeiten des Klienten. Im Spiel (Funktionsspiel, Rollenspiel, Konstruktionsspiel, Regelspiel) werden neue Kenntnisse, Fähigkeiten und sinnvolle Verhaltensweisen entwickelt.

Gesamtförderung

Die Heilpädagogin orientiert sich an der normalen Entwicklung im frühen Kindesalter. Das Ziel der heilpädagogischen Entwicklungsförderung ist die Gesamtförderung. Durch konkrete Förderangebote werden gezielt Funktionsbereiche angeregt (emotionale, sensorische, motorische, soziale und kognitive Fähigkeiten). Dabei wird ausdrücklich der ganzheitliche Ansatz der Entwicklungsförderung betont.

Das kindliche Spiel

Als Konsequenz dieser ganzheitlichen Sicht der kindlichen Entwicklung und ihrer Anregung und Unterstützung steht deshalb das kindliche Spielen im Zentrum der Aufmerksamkeit - bezüglich der Diagnostik und auch der Förderung. Im Spiel realisiert das Kind seine Funktionen und erworbenen Fähigkeiten. Das kindliche Spiel gilt zugleich als die dem Kind gemäße, seinem Entwicklungsstand entsprechende Form des Lernens und der Tätigkeit. Das Kind soll "durch entwicklungsspezifische Spiel-Angebote im gemeinsamen Tun zur Selbständigkeit angeregt werden". Es soll "spielend spielen lernen".

Stärken des Kindes

Die heilpädagogische Entwicklungsförderung setzt bei den Stärken eines Kindes an. Dieses soll während der Förderung neue Erfahrungen mit sich, der Bezugsperson als Spielpartner und der dinglichen Umwelt machen.

Entwicklungsplan

Auf der Basis einer Entwicklungs- und Verhaltensdiagnostik wird ein Entwicklungsplan erstellt. Dieser enthält Richtziele, Nahziele und Lernziele sowie Ziele bezüglich der Zusammenarbeit mit den Eltern und anderen Bezugspersonen. Die Heilpädagogin verfasst u.a. eine Eingangsdiagnostik sowie einen Zwischenberichtt. Hierzu erstellt sie während der Fördereinheiten Protokolle. Die Fördereinheiten sollten regelmäßig etwa einmal pro Woche stattfinden. Zur Förderung der Sozialkompetenz empfiehlt es sich, eine Kleingruppe aus Kindern in ähnlichem Entwicklungsalter zusammenzustellen.

Durch eine heilpädagogische Entwicklungsförderung können Teilleistungsschwächen durch vielfältige Angebote korrigiert und ausgeglichen werden.

Mit wem arbeitet die Heilpädagogin zusammen?

Die Einbeziehung, Beratung und Anleitung der Eltern des entwicklungsauffälligen Kindes ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts der heilpädagogischen Entwicklungsförderung. Außerdem arbeiten Heilpädagoginnen auch mit anderen Fachleuten zusammen, z. B. mit Erziehern, Logopäden, Ergotherapeuten sowie mit Frühförderstellen.

Literatur und weitere Informationen

  • Dieter Gröschke, "Die heilpädagogische Übungsbehandlung", in Frühförderung interdisziplinär, S. 33-36 (2007)
  • Clara Maria von Oy und Alexander Sagi, "Lehrbuch der heilpädagogischen Übungsbehandlung", S. 72 (2004); Dieses Buch bei www.amazon.de
  • Fachbücher zum Thema "heilpädagogische Übungsbehandlung" bzw. "heilpädagogische Entwicklungsförderung" bei www.amazon.de
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Über die Autorin/den Autor
Diana Saft ist staatlich anerkannte Heilpädagogin und Heilerziehungspflegerin. Sie sammelte bisher Erfahrungen in einem Seniorenheim, in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, in einem integrativen Kindergarten und in einem deutschen Kindergarten in den USA.

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