Die Themen der Kinder verstehen lernen

Die Themen der Kinder verstehen lernen

Wenn ich während eines Tagesablaufes die Kinder in meiner Kindergartengruppe beobachte, stelle ich mir oft Fragen wie: "Warum spielt dieser Junge in der Bauecke nur mit der Eisenbahn" oder "warum beschäftigt sich dieses Mädchen immer mit demselben Buch?" Und dann stellt sich mir die Frage, was das Thema des Kindes ist und wie ich das Interesse daran fördern kann.

Kinder beobachten und auf ihre Interessen eingehen

Die Aufgabe ist also, einfühlsam zu beobachten. Denn Kinder zeigen bereits sehr früh, welche Situationen sie mögen. Diese führen sie wiederholt durch und sie freuen sich über anerkennende Bestätigungen ihres Handels. Auch wenn für Außenstehende manche Tätigkeiten des Kindes als "Unsinn" betrachtet werden, so lernt das Kind während des Spielens z. B., physikalische Kräfte zu beherrschen. Wenn ein Kind Hilfe bei seinem Thema braucht, ist es wichtig, dem Kind die notwendige Hilfestellung zu geben. Und vor allem ist es wichtig, die individuelle Vorliebe weiter zu fördern. Beispielsweise habe ich in meiner Gruppe einen Jungen, der zu Hause gerne Trickfilme schaut, in denen gekämpft wird. Das Thema "Sieger und Verlierer" beschäftigt diesen Jungen derzeit sehr, da er sich oft gegen seinen älteren Bruder behaupten muss. Im Kindergarten suchte er sich selbst Bilder heraus, welche eine Maus und eine Katze zeigen. Dann malte er sie aus und erzählte mir, dass die Katze die Maus fängt und auffrisst. Das Thema "Sieger und Verlierer" spiegelte sich hier wider. Ich suchte daraufhin Bücher heraus, in denen das Thema "Sieger und Verlierer" behandelt wird. So konnte ich seine individuelle Vorliebe fördern und gab ihm anerkennende Bestätigung seines Handels. Gleichzeitig lernte er durch die Geschichten in den Büchern neue Handlungsmöglichkeiten kennen, um mit dieser Herausforderung umzugehen.

Kinder zeigen sehr früh über ihre Befindlichkeit, ob ein Tagesablauf ihren Bedürfnissen entspricht oder nicht. Bei Überforderung zeigen sie sich oft verängstigt, aggressiv oder sie weinen. Nicht zu vergessen ist das Thema Unterforderung: Kinder, die im Tagesablauf unterfordert sind, zeigen teils Probleme im Sozialverhalten. Sie reagieren dann manchmal mit Wutausbrüchen oder zerstörerischem Verhalten, verweigern Angebote oder sind allgemein trotzig (kleinkindhaftes Verhalten).

Insbesondere bei Kindern mit einer Behinderung ist es wichtig, dass der Tagesablauf immer gleich gestaltet wird. Bereits kleine Veränderungen bringen sie schnell aus dem Rhythmus und sie zeigen die oben beschriebenen Verhaltensweisen.

Weitere Informationen

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Über die Autorin/den Autor
Diana Saft ist staatlich anerkannte Heilpädagogin und Heilerziehungspflegerin. Sie sammelte bisher Erfahrungen in einem Seniorenheim, in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, in einem integrativen Kindergarten und in einem deutschen Kindergarten in den USA.

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