Definition Autismus und frühkindlicher Autismus

Definition des Autismus

Das Wort Autismus leitet sich ab vom griechischen Pronomen „autos" = selbst, also „Autismus" = Selbstbezogenheit. Der Autismus bzw. das Autismus-Syndrom ist eine besonders schwierig zu verstehende und komplexe psychische Störung, welche sich durch vollkommenen Rückzug in die eigenen Gedanken-, Gefühls- und Ideenwelt, durch das Sich-absondern von der Außenwelt und durch gleichzeitige Kontakthemmung zu anderen Menschen äußert.
Autisten „... folgen ihren eignen Impulsen, gehen ihren eigenen Interessen nach, unbekümmert um die Anforderungen der Umwelt " (Remschmidt, 2000, S.11). Autismus ist als schwere Beziehungsstörung und Kommunikationsstörung zu verstehen, welche eine verzögerte Persönlichkeitsentwicklung zur Folge hat.

Frühkindlicher Autismus

Beim frühkindlichen Autismus handelt es sich um eine komplexe und tiefgreifende Störung der kindlichen Entwicklung, die sich hier bereits vor dem 3. Lebensjahr manifestiert. Autismus macht sich als extreme Kontaktstörung schon in den ersten Lebensmonaten bemerkbar. Kardinalsymptomesind die extreme autistische Abkapselung von der menschlichen Umwelt sowie ängstlich- zwanghaftes Streben nach Gleicherhaltung der dinglichen Umwelt. Das autistische Hauptsyndrom ist in erster Linie eine Störung bei der Verarbeitung der unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen zu einer brauchbaren Information. Autisten nehmen die Umweltreize zwar mit intakten Sinnesorganen auf, ihnen gelingt es dabei allerdings nicht, die Reize richtig einzuordnen oder in Beziehung zu einander zusetzen. In der Folge nehmen autistische Kinder eine chaotische Welt wahr, in der es ihnen nicht gelingt, sich zu orientieren. Die autistischen Kinder bekommen somit keine Möglichkeit, ihr Erleben und Verhalten zu organisieren und sich auf ihre Außenwelt einzustellen. Es ergeben sich große Probleme, das Verhalten anderer zu verstehen und sich in der Umwelt verständlich zu machen. Als Folge dessen ziehen sie sich in sich zurück - man sprich auch von einer autistischen Abkapselung - und entwickeln dabei stereotype Verhaltensweisen. Autismus tritt ca. bei 5 von 10000 Kindern auf, wobei Jungen 3- bis 4-mal häufiger betroffen sind. Untersuchungen haben ergeben, daß die Eltern autistischer Kinder meist intelligenter als der Bevölkerungsdurchschnitt sind, sowie dass Autismus kein kulturspezifisches Phänomen ist.

Über die Autorin/den Autor
Alexandra May ist Diplom-Heilpädagogin. Zusätzlich studierte sie Erwachsenenpädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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