Die Förderung höersehbehinderter bzw. taubblinder Kinder an der Oberlinschule

Die Förderung höersehbehinderter bzw. taubblinder Kinder an der Oberlinschule

Hörsehbehinderte und taublinde Kinder und Jugendliche haben einen äußert differenzierten Förderbedarf und benötigen sehr individuelle sonderpädagogische Hilfen. Durch langjährige Erfahrungen, präzise Beobachtung und persönliches Einfühlungsvermögen lässt sich feststellen, ob und wie viel das jeweilige Kind noch hören oder sehen kann, und welche Hilfe es benötigt. Es stellen sich die Fragen: Welche Ressourcen hat das Kind? Welche Möglichkeiten der Verständigung sind möglich? Qualifiziert und mit gezielten heilpädagogischen Ansätzen gehen die Mitarbeiter der Oberlinschule auf das Kind ein. Dabei spielen seine Familie und das soziale Umfeld eine wichtige Rolle. Leben und Lernen zielt auf die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit ab. Unter Berücksichtigung der diagnostischen Befunde, sowie des aktuellen Entwicklungsstandes des Kindes wird ein individueller Förderplan erstellt. Die Förderung wird fortlaufend dem Entwicklungsstand angepasst. Das oberste Ziel der Förderung in der Oberlinschule ist das Erreichen eines weitgehend selbstbestimmten Gestaltens des Alltags. Der Taubblindenschulbereich der Oberlinschule orientiert sich an den „Empfehlungen für den Unterricht in der Taubblindenschule" des Deutschen Taubblindenwerks Hannover:
Schwerpunkte der Förderungen sind:

  • Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit (ist für die praktische Lebensbewältigung von besonderer Bedeutung)
  • Intensives Training der verbleibenden Wahrnehmungsmöglichkeiten
  • Anbahnung, Aufbau und Förderung von Kommunikation
  • Vermitteln und Anwenden geeigneter Kommunikationsformen
  • Entwicklung notweniger und lebenspraktischer Fähigkeiten und Gewohnheiten
  • Herausbildung sozialer Kompetenzen und Entwicklung von Umweltbeziehungen
  • Aufbrechen der IsolationEntfaltung der Motorik

(Vgl. Oberlinhaus: 2002)

Kinder, welche aufgrund von Unfällen oder schwierigen Krankheitsabläufen taubblind geworden sind, brauchen intensive sprachliche Förderung, damit die bereits erworbene Sprache erhalten bleibt. „Die Sprache ist nicht nur ein Ausdruck der gedanklichen und Empfindungswelt, sondern sie wirkt gestaltend auf diesen Bereich ein." (BSV-Chemnitz: 2002) Daher ist es von großer Bedeutung für den Taubblinden, dass er während seiner Schulzeit weiterhin Anreize und Möglichkeiten zur Anwendung, zur Festigung und zur Erweiterung seines Sprachvermögens erhält.

Über die Autorin/den Autor
Alexandra May ist Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (FH). Zusätzlich studierte sie Erwachsenenpädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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