Kommunikation und Bewegung

Kommunikation und Bewegung

Alle Kinder, so auch taubblinde, geben Signale (durch Weinen, Körperbewegungen etc), welche Aussagen über Befindlichkeiten und elementare Bedürfnisse geben, an die sie umsorgenden Personen ab und erwarten darauf eine bestimmte Reaktion. Bei hörsehbehinderten Kindern besteht die Gefahr, dass die natürliche Mutter- Kind-Bindung gestört wird, weil die Eltern Zuwendung unterlassen, da das Kind „ja doch nichts sieht und hört". Da es das Kind schwer hat Antworten auf seine Signal zu registrieren oder auf sie zu reagieren resignieren sinnesgeschädigte Kinder in ihren Bemühungen Kommunikation mit der Umwelt aufzunehmen und beschränken sich auf einfache körperliche Signale wie Ablehnung und Zustimmung. Für die Bezugspersonen ist daher unbedingt notwendig sensibel genug zu sein, die Signale des Kindes zu verstehen und auch mit Zuwendung darauf zu reagieren. Die daraus entsehende elementäre Kommunikationsform ist die Grundlage für differenziertere Kommunikationsmittel. Taubblinde Kinder nehmen ihre Umwelt über ihren Körper wahr, nur das, was sie über Gerüche, Vibration, Bewegung und Berührungen erfahren teilt ihnen etwas über die Außenwelt mit. So muss man davon ausgehen, dass für taubblind geborene Kinder Dinge oder Aktivitäten plötzlich erscheinen/beginnen und wieder verschwinden, bzw. beendet sind, so dass dem Kind die Möglichkeit verwehrt bleibt sich auf die Situation einzustellen, z.B. "Jetzt bekomme ich Essen". Die Aufgabe der Frühförderung ist es nun die Welt des Kindes übersichtlicher und vorhersehbarer zu gestalten. Dies kann über Bezugsobjekte, da sie über den Nahsinn erfahrbar sind, erfolgen welche Charakteristisch für die jeweilige Aktivität stehen, z.b. der Latz beim Essen. Bei der Entwicklung eines Kommunikationssystems geht man von dem Funktionsniveau des Kindes aus und versucht nun herauszufinden, welche Aktivitäten dem Kind angenehm sind. So z.B. das „Hoppe-Reiter-Spiel", welches dem Kind durch häufiges Wiederholen vertraut ist und ihm Freude vermittelt. Meist zeigt sich, dass wenn der Erwachsene dem Kind genügend Zeit zum Reagieren gibt, das Kind durch Bewegungen den Wunsch nach Wiederholung äußert. Das sofortige Reagieren auch auf ein noch so schwaches Signal festig beim Kind das Bewusstsein, das die Umgebung auf seine körperlichen Signale reagiert. Das taubblinde Kind bekommt so die Möglichkeit sich mit Hilfe seines Körpers auszudrücken und entwickelt kommunikative Kompetenz. Die Erfassung, der Umgang und die Auseinandersetzung mit der Umwelt, sowie die Kommunikation sind in erhöhtem Maße erschwert, so dass taubblindenspezifische Hilfsmittel und Techniken für eine angemessene Förderung eingesetzt werden müssen. Taubblinde Kinder leben meist in großer Isolation, so dass eine spezielle Interaktionsförderung notwendig ist, um Kontakt zu dem Kind aufzubauen. Zur Anbahnung von Kommunikation sind neben der Lautsprache alternative Systeme erforderlich, dies sind individuelle angepasste Kommunikationsmittel, wie Symbolgegenstände, Gebärden und das Tastalphabet.
(vgl. Taubblindenwerk: 2001)

Über die Autorin/den Autor
Alexandra May ist Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (FH). Zusätzlich studierte sie Erwachsenenpädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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