Ursachen eine Sehhörbehinderung bzw. Taubblindheit

Ursachen eine Sehhörbehinderung bzw. Taubblindheit

Taubblindheit kann bei anderen Schädigungen und Behinderungen auftreten. Laut dem Leiter des Wohnbereichs im Oberlinhaus (2002) sind „...echte Taubblinde eine aussterbende Spezies." Die Ursachen für den Verlust der beiden Sinne waren in der Vergangenheit überwiegend Meningitis, Geschlechtskrankheiten und andere verdeckte Infektionskrankheiten. In den letzten Jahren stehen andere Ursachen - und damit ein verändertes Erscheinungsbild - im Vordergrund: Embryopathien, also eine Röteln-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft, extreme Frühgeburten, die am Leben gehalten und dann im Brutkasten mit Sauerstoff unter- bzw. überversorgt wurden, sowie Komplikationen während der Geburt führen zu Schädigungen nicht nur an den Sinnesorganen, sondern auch am Gehirn. Zu den weiteren häufigsten Ursachen angeborener Taubblindheit zählen Toxoplasmose, Zytomegalie, Hepatitis, Drogenmissbrauch der Mutter während der Schwangerschaft, sowie Erbschädigungen. (vgl. BSV- Chemnitz: 2002). Als Ursache der Erblindung gehörloser Menschen sind Unfälle, Entzündungen, Verletzungen, Tumore oder Stoffwechselstörungen, wie Diabetes, Grauer und Grüner Star zu erwähnen. Eine weitere Ursache einer Taubblindheit ist das Usher-Syndrom zu nennen, welches ich im Folgenden näher erläutern.

Usher-Syndrom

Anfang des 20. Jahrhunderts beschrieb der englische Augenarzt Charles Usher diese rezessiv vererbte Erkrankung, welche sich aus der Kombination folgender Krankheiten ergibt: Schwerhörigkeit, bzw. Taubblindheit und der Degeneration der Netzhaut des Auges (Rentinitis Pigmentosa = RP). Bei PR kommt es zu einem allmählichen Absterben der Sehzellen. Ca. ab dem 10. Lebensjahr ist ein gestörtes Dämmerungssehen bis hin zur Nachtblindheit zu verzeichnen. Im weiteren Verlauf beginnt sich das Gesichtsfeld von der Außenzone her einzuengen, bis nur noch ein kleiner Sehrest im Zentrum übrig bleibt, dies bezeichnet man auch als „Tunnelblick". In den meisten Fällen führt dies Erkrankung zur Erblindung. Die Hörbeeinträchtigung beruht auf einer Schädigung der Haarzellen in der Schnecke des Innenohrs. Sie liegt meist ab Geburt in Form von Taubheit oder mittel- bis hochgradiger Schwerhörigkeit vor (vgl. ushernet: 2002).

Über die Autorin/den Autor
Alexandra May ist Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (FH). Zusätzlich studierte sie Erwachsenenpädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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