3.2 Methodisches Vorgehen

Methodisches Vorgehen

3.2.1 Durchführung der Untersuchung

Die Interventionsstudie wurde mit zwei Schulklassen der 2. Grundschulstufe durchgeführt. Es handelt sich einerseits um eine Untersuchungsgruppe, andererseits um eine Kontrollgruppe. Die ausführlicheren Daten können dem Kapitel 3.3. „Beschreibung der Stichprobe" entnommen werden.

Während fünf Wochen wurde in einer Untersuchungsgruppe psychomotorische Unterstützung geleistet. Dabei wurden psychomotorische Unterrichtslektionen und kleinere Übungen zu Beginn einer Lektion durchgeführt, auf die im Kapitel 3.2.3. „Unterrichtseinheit für Untersuchungsgruppe" näher eingegangen wird. Auch wurden Hausaufgaben angeleitet, welche sich auf die Psychomotorik stützen. Die Übungseinheiten beinhalten vor allem Bewegungsübungen, die sich auf die Fein- und Grobmotorik beziehen. Zu Beginn und am Ende der praktischen Übungseinheit wurden zwei standardisierte Tests mit der ganzen Klasse durchgeführt. Dabei handelt es sich zum Einen um einen Konzentrationstest, zum Anderen um einen Wahrnehmungstest. Bei der ersten Testdurchführung wurde die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder geprüft. Bei der zweiten, wiederholenden Testdurchführung wurde dann die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit mit der ersten Testdurchführung verglichen. Damit die Auswertung aussagekräftig ist, wurde gleichzeitig eine Kontrollgruppe getestet, bei der in der gleichen Zeitspanne keine psychomotorische Unterstützung geleistet wurde. Anhand des Vergleichs sollte festgestellt werden, inwiefern sich die Untersuchungsgruppe nach der Durchführung des Förderkonzepts von der Kontrollgruppe unterscheidet. Es handelt sich bei dieser Untersuchung somit um eine Längsschnittstudie. Bevor jedoch mit der Untersuchung begonnen werden konnte, mussten zuerst die Einverständniserklärungen der Eltern von den Probandinnen und Probanden eingeholt werden, um den rechtlichen Grundlagen zu entsprechen.

Zwei Forschungsinstrumente wurden eingesetzt: Der KKA-Test von Krampen (2007) und ein Subtest der Graphomotorischen Testbatterie der Graphestesia-Test (GT) von Rudolf (1986). Die beiden Tests werden im Kapitel 3.4. „Forschungsinstrumente" genauer erläutert. Aufgrund der aufgetretenen Deckeneffekte bei der Anwendung der KKA bei sieben- und achtjährigen Kindern, wie Krampen (2007, S. 33) erläuterte, wurde die Zeitvorgabe der Untersuchung bei der ersten Testdurchführung der Untersuchungsgruppe von zehn Sekunden auf sieben Sekunden reduziert. Um die Bearbeitungszeit festzulegen, wurde vorgängig der KKA-Test mit einem siebenjährigen Mädchen durchgeführt, das nicht in den Testgruppen involviert war. Bei der ersten Testdurchführung mit der Untersuchungsgruppe wurde aber ersichtlich, dass die Bearbeitungszeit von sieben Sekunden immer noch zu einem Deckeneffekt neigt. Deswegen wurde die Zeit von sieben Sekunden noch einmal auf fünf Sekunden für die weitere Untersuchung reduziert. Aufgrund der Zeitveränderung kann kein Bezug mehr zu den Normdaten des KKA-Tests gemacht werden, wohl aber können Gruppenvergleiche vorgenommen werden.

Ursprünglich war zwischen der ersten und der zweiten Testdurchführung eine Intervention von sieben Wochen geplant. Davon sollten sechs Wochen zur psychomotorischen Unterstützung in der Untersuchungsgruppe dienen. Genau im gleichen Zeitrahmen sollten die beiden Testdurchführungen mit der Kontrollgruppe stattfinden. Die Längsschnittstudie war auf die letzten Schulwochen vor den Sommerferien angesetzt. Da ich zuvor im Austauschsemester in Schweden war, konnte ich nicht wie geplant auf die Tests zugreifen. Somit war die Untersuchung in den Klassen unmittelbar nach meiner Rückkehr nicht möglich und musste verschoben werden. Es wurden neue Termine für die Zeitspanne zwischen den Sommerferien und den Herbstferien festgelegt. Zugleich wurden diese mit den betroffenen Lehrpersonen vereinbart. Trotz dieser intensiven Planung kam es zu Missverständnissen und Fehlplanungen bezüglich der Verfügbarkeit der Schüler und Schülerinnen, ebenso wegen fehlender Informationsbeschaffung meinerseits über Termine wie Ferien. So musste die Untersuchungszeitspanne erneut verschoben und verkürzt werden. Für den Untersuchungszeitraum bedeutete dies, dass anstelle der geplanten sieben Wochen nur noch vier Wochen von der ersten Testdurchführung zur zweiten Testdurchführung zur Verfügung standen. Da jedoch Mitte der 34. Woche spontan noch ein Termin für die erste Testdurchführung mit der Untersuchungsgruppe vereinbart werden konnte, fand die erste Testdurchführung bei der Untersuchungsgruppe Ende der 34. Woche statt. Dies sollte dazu dienen den Effekt der psychomotorischen Unterstützung von der ersten Testdurchführung zur zweiten Testdurchführung auf fünf Wochen zu verlängern, um so die psychomotorische Unterstützung der Untersuchungsgruppe besser feststellen zu können.

Nach der ersten Testdurchführung der beiden Tests wurde jedoch klar, dass der KKA-Test in Richtung Deckeneffekt neigt. Aufgrund dessen wurde ein neuer Termin mit der Untersuchungsgruppe angesetzt. Damit konnte der erste Testversuch des KKA-Tests wiederholt werden. Die beiden Testdurchführungen wurden nun bei der Untersuchungsgruppe sowie der Kontrollgruppe auf Ende der Wochen 35 und 39 festgelegt. Damit die psychomotorische Unterstützung dennoch Auswirkungen auf die Teilaspekte der Konzentration und Wahrnehmung hat, endschied ich mich mit der psychomotorischen Unterstützungseinheit bereits anfangs der 35. Woche zu beginnen. Aufgrund der verkürzten Zeitspanne wurden auf fünf geplante psychomotorische Rhythmisierungen, eine Unterrichtslektion und auch auf drei Hausaufgaben zur Psychomotorik verzichtet.

Im kommenden Abschnitt 3.2.3. „Unterrichtseinheit für Untersuchungsgruppe" wird ausführlicher auf die Unterrichtseinheit eingegangen.

Über die Autorin/den Autor
Claudia Bucher schloss 2012 Ihr Lehramt-Studium mit Schwerpunkt Psychomotorik an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz ab.

Wie gefällt Ihnen diese Seite?
(0 Bewertungen, durchschnittlich 0 von 5)
Nach obenNach oben