Jedes Kind darf auf eine Regelschule

Auf Spiegel Online wurde ein Artikel über die Inklusion von Kindern mit einer Behinderung in den Regelschulen veröffentlicht. Hier ist ein Aussschnitt des Artikels:

Bisher wurden Kinder mit einer Behinderung ...

Bisher wurden Kinder mit einer Behinderung auf Sonderschulen wegsortiert - auch gegen den Willen der Eltern. Dies soll sich in den nächsten Jahren ändern. Völkerrechtsexperte Eibe Riedel erklärt im Interview, wie sich Eltern schon jetzt für einen Platz an einer Regelschule einsetzen können.

SPIEGEL ONLINE: Herr Professor Riedel, verletzt Deutschland das Völkerrecht, wenn Kinder auf Sonder- oder Förderschulen geschickt werden?

Riedel: Die Uno-Behindertenrechtskonvention geht von einem inklusiven Bildungssystem aus, das grundsätzlich niemanden ausschließt, sondern für alle Kinder offen ist, unabhängig von der Form und dem Grad der Beeinträchtigung. Die Kinder sind also grundsätzlich nicht auf Förder- oder Sonderschulen zu unterrichten, sondern auf Regelschulen gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern. Deutschland ist der Konvention vor einem Jahr beigetreten und dementsprechend verpflichtet, die Vorgaben innerstaatlich auch umzusetzen. Da die Fragen größtenteils der Kulturhoheit der Länder unterliegen, sind die Bundesländer gefordert.

SPIEGEL ONLINE: Was müssen die Bundesländer denn tun?

Riedel: Die Schulgesetze der Länder sind zu ändern oder neu auszulegen: Jedes Kind muss zunächst einen automatischen Zugang zu einer Regelschule bekommen. Gegen den Willen der Eltern dürfen Kinder nur noch zu einer Sonder- oder Förderschule geschickt werden, wenn es anders nicht geht.

SPIEGEL ONLINE: Die meisten Bundesländer aber haben noch nicht viel unternommen. Was können Eltern denn machen, solange die Gesetze nicht verändert sind - nur hoffen und warten?...

Leserkommentar pro Förderschule

Im Kommentarbereich des Artikels meint ein Leser, dass die Regelschule für alle Kinder utopisch und nicht realisierbar sei. Es wird außerdem auf die Kosteneinparung hingewiesen, denn bei der verordneten Inklusion ginge es um das Einsparen von Förderschulen.

Mein Sohn geht mit Begeisterung in die G-Schule und wird dort im Rahmen seiner Möglichkeiten gefördert. Er, Down-Syndrom, hat wie jeder andere Mensch auch ein persönliches Limit. Mehr passt einfach nicht rein. Gleichaltrige Schüler an einer Mittelschule rechnen jetzt wahrscheinlich schon Gleichungen mit 2 Unbekannten. Er scheitert bereits an der Adition von 2+4. Was sollte er, nach Meinung der Gutmenschen, bitteschön im Matheunterricht machen? Letztlich geht es bei der verordneten Inklusion ums Sparen und nicht um die Menschen. Mein Sohn jedenfalls wäre ohne die geschützte Umgebung gefährdet. An seiner Schule hat er Erfolgserlebnisse, die an der Regelschule utopisch wären. Er lernt lebenspraktische Dinge, die an der Regelschule überhaupt nicht vorkommen. Er ist halt anders als die Normalos, damit habe ich kein Problem. Ein Problem habe ich, wenn manche meinen, er könnte zu einem Schulabschluss geführt werden, wie andere auch. Kontakt zu nichtbehinderten Kindern hat er in der Schule und vor allem in der Freizeit. Er ist weder weggesperrt noch isoliert, sondern glücklich. Und das werde ich mir von einem Schulkombinat, geschweige mit staatlicher Verordnung nicht kaputt machen lassen. Eine Inklusion körperlich behinderter Kinder halte ich für sehr sinnvoll. Kinder, die eine geschützte Umgebung ohne Leistungsdruck brauchen, gehören nicht an die Regelschule.

Den ganzen Artikel finden Sie hier: www.spiegel.de.

Über die Autorin/den Autor
Diana Saft ist staatlich anerkannte Heilpädagogin und Heilerziehungspflegerin. Sie sammelte bisher Erfahrungen in einem Seniorenheim, in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, in einem integrativen Kindergarten und in einem deutschen Kindergarten in den USA.

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