Was Kindern bei Konzentrationsproblemen hilft

Konzentration bedeutet ursprünglich, etwas zum Mittelpunkt zu führen. Dabei geht es darum, die Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe oder das Erreichen eines Ziels zu richten. Das ist ein komplexer Prozess, der bei Kindern kontinuierlich trainiert werden muss. Äußeren Einflüssen kommt dabei eine tragende Rolle zu. Doch welche Möglichkeiten gibt es, die Konzentration zu fördern?

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Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern nehmen zu. Manche haben grundsätzliche Probleme, bei anderen sind nur die Hausaufgaben der Knackpunkt. Viele Störquellen können Eltern leicht beheben. Der größte Aufmerksamkeitsfresser ist der Fernseher, der bei der Erledigung der Hausaufgaben im Hintergrund läuft. Auch Radio, Playstation und Smartphone halten Kinder vom Lernen ab. Oft reicht es aus, einen Platz zu schaffen, an dem die Störquellen außer Reichweite sind. Schwieriger wird es bei spielenden Geschwisterkindern, wenn zu Hause wenig Platz ist. Hier kann es helfen, in einem ruhigen Raum eine Lernzone einzurichten und die anderen mit einem Zeichen an der Tür darauf hinzuweisen, nun etwas leiser zu sein. Das klappt allerdings nur, wenn alle sich an die Spielregeln halten.

Futter für das Gehirn und ausreichende Ruhepausen

Wenn sich keine Konzentration einstellen will, hilft es, eine Runde an die frische Luft zu gehen. Spiel und Bewegung machen den Kopf wieder frei. Ein schlechter Anreiz sind Süßigkeiten. Zwar werden die Energiereserven schnell aufgefüllt, doch genauso schnell sackt der Blutzuckerspiegel wieder ab und die Konzentration ist dahin. Besser sind Nüsse oder frisches Obst. Ausreichend Flüssigkeit ist ebenso unabdingbar für die Konzentration wie ein tägliches Frühstück. Was den Nachtschlaf angeht, sollten Eltern konsequent sein. Das Gehirn braucht diese Ruhephase, um Gelerntes zu verarbeiten. Mindestens neun Stunden Schlaf müssen sein, bei jüngeren Kindern sogar mehr. Wichtig ist, dass vor dem Zubettgehen keine Aufregung herrscht und kein Fernseher läuft. Kinder können so nur schwer abschalten. Besser ist es, sich auf bestimmte Rituale vor dem Schlafengehen einzuführen.

Überforderung und Desinteresse

Geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen ist wichtig, nutzen jedoch wenig, wenn Erwartungshaltungen seitens der Eltern das Kind blockieren. Stattdessen sollte eine selbstbestimmte Lernatmosphäre gefördert werden. Zu schwere Aufgaben sorgen für Frust und provozieren geradezu die Suche nach Ablenkung. Hier kann es helfen, Aufgaben in kleine Teilschritte zu zerlegen. Liegt einem Kind ein Thema nicht, ist die Kreativität der Eltern gefordert, um Interesse zu wecken. Ein Waldspaziergang, ein Besuch im Museum oder im Zoo lassen Kinder verstehen, warum bestimmte Sachen auf dem Lehrplan stehen. Auch hier gilt, den Fuß vom Gas zu nehmen. Laut Forschern ist es völlig ausreichend, wenn es einem Zehnjährigen für 20 Minuten gelingt, sich auf ein eher ungeliebtes Themenfeld zu konzentrieren. Für alle Methoden gilt: Sie wirken nur, wenn sie regelmäßig angewendet werden. Sitzt das Kind einen Tag in seiner Arbeitsecke und den Rest der Woche mit den Hausaufgabenheften vor dem Fernseher, kann sich keine Verbesserung einstellen.

Klassische Übungen zur Förderung der Konzentration

Neben dem Schaffen von Rahmenbedingungen kann mit bestimmten Übungen und Strategien die Konzentration gefördert werden. Hierfür gibt es einige pädagogische Klassiker, die mit wenig Aufwand in den Familienalltag eingebunden werden:

  • Zahlenketten: Angefangen wird mit einer Zahl, die sich das Kind merken soll, dann kommen die nächsten wie Perlen an einer Schnur dazu. Sind am nächsten Tag noch alle im Gedächtnis, kommt eine weitere Zahl hinzu.
  • Alphabet rückwärts: Wird das ABC rückwärts aufgesagt oder nur jeder zweite Buchstabe davon, ist volle Konzentration gefordert.
  • Wörter fischen: Aus einem vorgelesenen Buch oder einem Hörspiel werden bestimmte, vorher festgelegte Wörter wie "aber" oder "weil" herausgefischt. Das funktioniert auch mit Lerninhalten aus Schulbüchern.
  • Stillsitzen: Stille ist Voraussetzung für Konzentration. Angefangen wird mit einer sehr kleinen Zeitspanne, die das Kind still sitzen soll. Schritt für Schritt wird erweitert.

Daneben können Konzentrationsübungen auch mit Bewegung gekoppelt werden, was gleichzeitig die Motorik schult.

Kinder sprechen unterschiedlich auf Konzentrationsübungen an

So effektiv klassische Konzentrationsübungen sein können - die neuen Medien haben ihnen längst den Rang abgelaufen. Rund die Hälfte aller Kinder hat laut einer Studie am meisten Spaß, wenn sie am Computer, Smartphone oder Tablet lernen. Computerprogramme sollten dabei nicht vorschnell verteufelt werden. So gibt es Strategiespiele, die fesselnd sind und als angenehmen Nebeneffekt das Gedächtnis verbessern. Asiatische Kampfkünste wie Karate und Taekwondo helfen laut Erziehungswissenschaftlern ebenfalls, die Konzentration zu steigern. Gefördert wird dabei gleichzeitig die Achtsamkeit. Dabei ist zu beachten, dass jedes Kind individuell auf die einzelnen Strategien anspricht. Unabhängig davon können problemlos pflanzliche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden, um die Konzentrationsfähigkeit zu unterstützen. Die Palette reicht dabei von Bachblüten bis hin Präparaten mit Gingko-Extrakten und Omega-3-Fettsäuren, die von Kindern gut vertragen werden. Eine Übersicht findet sich dazu in der Shop-Apotheke.

Fazit

Konzentrationsschwächen werden dann zum Problem, wenn das Kind überhaupt nicht mehr in der Lage ist, sich auf eine wichtige Situation zu fokussieren. Es gibt Kinder, die unter Störungen wie ADHS oder dem hyperkinetischen Syndrom leiden und ärztliche Hilfe sowie spezielle Förderung benötigen. Dem Großteil von Kindern mit Konzentrationsstörungen kann jedoch geholfen werden, wenn der Alltag entsprechend strukturiert wird und immer wieder eine gute Mischung aus Übungen eingeflochten wird, die Spaß machen.

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