Schulische Integration von autistischen Kindern

Schulische Integration von autistischen Kindern

Bis in die 80er Jahre gab es ausschließlich die Möglichkeit autistische Kinder in Schulen für Geistigbehinderte einzuschulen. Heute sind Autisten in allen Schulformen zu finden, da ihre Begabungen sehr unterschiedlich sind. Jedoch stellt es sich als schwierig heraus die wirklichen Fähigkeiten von Autisten einzuschätzen und die geeignete Schule zu finden. Es werden heute verschiedene Wege gegangen, die von Unterricht in kleinen Gruppen oder Spezialklassen in Sonderschulen, bis zur Einzelintegration der Autisten in Grund, -Haupt- und Realschule. Bisher gibt es keinen direkten Ansatz zur schulischen Förderung autistischer Kinder, meist beruft man sich auf die von Montessori entwickelten Unterrichtskonzepte mit behinderten Kindern oder auf Methoden, welche bei Kindern mit Lernschwierigkeiten angewandt werden. Viele Experten halten die Integration der autistischen Kinder in eine normale Klasse für wichtig. Durch eine angemessene schulische Förderung und Integration gibt man dem Kind die Chance soziale Anregungen und Entwicklungsanreize durch das gemeinsame Lernen mit nicht behinderten Kindern zu erhalten und ihre teilweise guten intellektuellen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Jedoch treten durch die autistischen Verhaltensweisen eine Reihe von Schwierigkeiten auf, die dieser Integration und Förderung Grenzen setzten. Aufgrund der Wahrnehmungs- und Sprachstörung ist das individuelle, kommunikative und soziale Lernen erheblich erschwert, so daß sich das Lernverhalten dieser Kinder erheblich einschränkt und sie das breitgefächerte Angebot der Schule nicht im erwarteten Maße annehmen können. Auch sind die autistischen Kinder aufgrund ihrer Beziehungstörung und ihrer autistischen Verhaltensweisen oft nicht gruppenfähig. So haben Autisten überall da Probleme, wo sie sich in eine Gruppe mit sozialen Regeln einordnen müssen und bestimmte Leistungen von ihnen verlangt werden. Um autistische Kinder in Schulen zu integrieren ist es daher notwendig das Gemeinschafts- und Sozialverhalten der Kinder zu fördern. Dies verdeutlicht die Schwierigkeit Autisten in das Schulsystem einzugliedern. Die schulische Integration autistischer Kinder setzt eine im hohen Maße flexible Schule vor raus. (vgl. Rupprecht, 1982, S.24) Da alle autistischen Kinder zusätzliche Hilfe und Zuwendung durch den Pädagogen benötigen. Doch auch das Verständnis und die Ausdauer der anderen Kinder ist entscheidend, da Autisten oft sehr viel Zeit benötigen, bis sie sich in einer neuen Gemeinschaft zumindest einigermaßen zurechtfinden und Kontakt zu ihren Mitschülern herstellen können.

Über die Autorin/den Autor
Alexandra May ist Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (FH). Zusätzlich studierte sie Erwachsenenpädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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