Tiergestützte Therapie

Tiergestützte Therapie

Ein Kind, welches seine Umwelt nicht begreifen kann, hat kaum die Möglichkeit über Anfassen und Fühlen verwertbare Informationen zu erhalten. An dieser Stelle setzt die tiergestützte Therapie an, das autistische Kind soll über das Tier das Fühlen erfahren. So kann man dem Kind aus seine Abgeschlossenheit heraushelfen und mit ihm in Kontakt kommen. Das Tier bietet Halt, bemängelt nicht und zeigt keinen Erwartungsdruck. Die Förderungsbemühungen zielen nicht vordergründig auf Veränderung ab, sondern eher auf nichtsprachlicher Ebene Kontakt und Kommunikation herzustellen. Diese Methode ist bisher wissenschaftlich nicht belegt, kann aber im Einzelfall und im Rahmen eines sinnvollen Behandlungsplans hilfreich sein und als eine Art Zusatztherapie fungieren. In Florida wird vor allem mit Delphinen und im europäischen Raum mit Hunden und Pferden (Reitherapie) gearbeitet.

Am Beispiel der Delphintherapie möchte ich die tiergestützte Therapie vorstellen. Zu Beginn der Therapie gilt es das autistische Kind behutsam in Kontakt mit den Tieren zu bringen, in diesem Fall geschieht dies, indem das Kind am Beckenrand die Delphine beobachten und später berühren darf. Wichtig ist, daß das Kind sich entspannt. Ist die Angst überwunden, beginnt man mit der Therapie im Wasser. Die Kinder halten sich an den Flossen fest und werden von den Delphinen durchs Wasser gezogen oder sie liegen rücklings im Wasser, wobei die Delphine sie mit der Schnauze voran schieben. Nach individueller Belastbarkeit beträgt die Dauer der Therapie im Wasser circa 30 Minuten. Anschließende bekommt das Kind die Möglichkeit mittels kreativer Beschäftigung, z.B. Malen und Basteln zum Thema Delphine, seine Erlebnisse mit den Meerestieren zu verarbeiten. Meist ist nach der Behandlung eine positive Auswirkung zu spüren, denn vielen Kindern ist die Freude im Umgang mit den Delphinen anzusehen. Die Eltern beschreiben häufig, daß ihre Kinder während der Therapie ausgesprochen fröhlich waren und sich der Kontakt zur Umgebung deutlich gebessert hat. Es schien als sei ein Teil ihrer autistischen Blockade gelöst. Jedoch werden viele Kinder nach einiger Zeit wieder ruhiger und weitere Behandlungen wären nötig um dauerhaften Erfolg zu erzielen. Jedoch scheitert dies meist an finanziellen Mitteln, da die Krankenkasse die Kosten dieser Therapie nicht übernimmt.

Über die Autorin/den Autor
Alexandra May ist Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (FH). Zusätzlich studierte sie Erwachsenenpädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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