Beeinträchtigung für die Familie

Beeinträchtigung für die Familie

Da die autistischen Kinder meist körperlich normal entwickelt sind fallen sie optisch nicht als behindert auf. In vielen Berichten werden so außerdem als ausgesprochen hübsch beschrieben. Den Kindern ist ihre Wahrnehmungsverarbeitungs- und Beziehungsstörung nicht anzumerken, so werden ihre unangemessenen Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit von Außenstehenden oft als unerzogen erlebt und den Müttern wird folglich die Schuld am Fehlverhalten ihrer Kinder zugewiesen. Ein autistisches Kind bedeutet für die Familie eine deutliche Einschränkung und grundlegende Veränderung des Alltags. Die Eltern müssen sich ständig mit zahlreichen autismusspezifischen Problemen auseinandersetzten. Dazu gehören zum einen das Zurückbleiben der Selbständigkeitsentwicklung und zum anderen das Bewältigen alltägliche Verhaltensprobleme, wie z.B. Schlafstörung, Stereotypen und Wutanfällen oder andere unberechenbaren Verhaltensweisen der autistischen Kinder während des Einkaufes oder des Arztbesuches. Auch bedeutet jede neue Situation, wie Umzug, Urlaub usw. eine unvorstellbare Krise, da Autisten heftigen Widerstand gegenüber den kleinsten Veränderungen zeigen. Ein „normales" Familienleben ist kaum möglich, die Familie gerät schnell in eine Isolation. Die jahrelange Dauerbelastung für die Familie, besonders der Mutter und der Geschwisterkinder wirkt sich wiederum ungünstig auf die Entwicklung des autistischen Kindes aus, wenn die ständigen Bezugspersonen aufgrund dieser Überlastung selbst erkrankt oder depressive Schuldgefühle entwickeln. In bestimmten Fällen ist eine Unterbringung in einer Vollzeiteinrichtung eine sinnvolle Alternative zum Verbleib in der Familie. Der Heimaufenthalt bietet dem Kind einen geregelten Tagesablauf und Betreuung und Förderung durch ausgebildetes Personal. Das Eltern- Kind- Verhältnis verbessert sich häufig und die familiäre Lage kann sich entspannen.

Über die Autorin/den Autor
Alexandra May ist Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (FH). Zusätzlich studierte sie Erwachsenenpädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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