Die Geschichte des Autismus

Die Geschichte des Autismus

Schon im Jahre 1911 prägte der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler den Begriff „Autismus" und verstand darunter die Loslösung von der Wirklichkeit und den damit verbundenen Rückzug in eine eigene Welt. Als „autistisch" galten zu dieser Zeit schizophrene Personen, bei denen eine extreme Selbstbezogenheit sowie ein starker sozialer Rückzug zu beobachten war.

Erst vor etwa 50 Jahren wurde der Autismus als eigenständige Krankheit erkannt, die sich vom Schizophrenen abgrenzt und schon in der frühen Kindheit beginnt. Maßgebend waren hier der Kinderarzt Hans Asperger (Wien) und der Psychiater Leo Kanner, die das Syndrom unabhängig voneinander beschrieben. Ihnen fielen stark in sich zurückgezogene und auf sich selbst bezogene Kinder auf. Der Amerikaner Kanner beschreibt im Jahre 1943 als erster das Symptom desfrühkindlichen Autismus als eine Untergruppe innerhalb der Kindheitschizophrenie. Die von ihm untersuchten autistischen Kinder wehrten jeden Kontakt ab, sprachen nicht oder in eigentümlicher Weise und waren in extremer Maße um die Gleicherhaltung ihrer Umwelt bemüht. Kanners diagnostische Kriterien zur Bestimmung dieser ungewöhnlichen Verhaltensstörung sind noch heute von Bedeutung. Unabhängig von Kanner beschrieb Asperger ein ähnliches Erscheinungsbild und nannte dies Autistische Psychopathie.
Anhand von Berichten über sogenannte Wolfskinder, die sehr autismusähnliche Besonderheiten aufweisen, kann man davon ausgehen, dass schon lange vor der begrifflichen Festlegung das Phänomen des Autismus-Syndroms bekannt war.

Über die Autorin/den Autor
Alexandra May ist Diplom-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (FH). Zusätzlich studierte sie Erwachsenenpädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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