Begriffserläuterungen Motopädie, Motologie, Motopädagogik und Mototherapie
Sonntag, den 21. März 2010 um 21:51 Uhr
Die Konzepte der Psychomotorik haben unterschieldiche Schwerpunkte und finden sich unter den Begriffen Motopädie, Motologie, Motopädagogik und Mototherapie wieder. Nachfolgend einige Begriffsdefinitionen:Begriffsdefinitionen
Motopädie beinhaltet das Konzept der Psychomotorik.
Das Wort Psychomotorik setzt sich aus den Worten „Psycho“ (= Geist) und „Motorik“ zusammen und bezeichnet damit die Wechselbeziehung zwischen den seelischen und körperlichen Vorgängen. (vgl. Motopaedie-praxis.eu)
Die Motopädie ist der Oberbegriff, der die Motopädagogik und die Mototherapie umfasst. Elemente aus der Bewegungserziehung (Motopädagogik) und Bewegungstherapie (Mototherapie) werden in der psychomotorischen Entwicklungsförderung zu einem neuen therapeutischen Ansatz verknüpft.
Begründer der Motopädie ist Ernst J. Kiphard. „Dieses Konzept ging aus von der funktionellen Einheit psychischer und motorischer Vorgänge, wie sie in dem international geläufigen Begriff der Psychomotorik zum Ausdruck kommt" (vgl. wikipedia.org). Mit der Motopädie werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene gefördert, die in ihrer Wahrnehmung und Bewegungsfunktion sowie in ihrer psychischen Entwicklung eingeschränkt sind.
Motologie ist das Lehrgebiet der Motopädie
Die Motologie ist eine aus der Psychomotorik heraus entstandene Wissenschaft. Sie ist die Lehre über den Zusammenhang zwischen der Bewegung und der Psyche. Die Motologie betrachtet die Motorik als Grundlage der Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit des Menschen (vgl. wikipedia.org). "Das Ziel ist die Unterstützung der Gesamtentwicklung des Kindes durch Bewegung. Dabei wird das Kind in seiner sozialen, emotionalen und geistigen sowie körperlichen Ganzheit betrachtet" (http://www.motologie.info). Die Motologie ist als pädagogisches und therapeutisches Konzept in sozialen Einrichtungen unter dem bekannten Begriff „Psychomotorik“ vertreten.
Die Mototherapie ist ein Behandlungskonzept.
Das der Mototherapie zugehörige Forschungs- und Lehrgebiet ist die Motologie.
Die Mototherapie ist eine psychomotorische Therapie und ein wesentlich differenzierteres Fachgebiet mit klarer Indikationsstellung und ärztlicher Verordnung. (vgl. motopaedie) Die Mototherapie wird ausschließlich von staatlich geprüften/anerkannten Motopädinnen und Motopäden angewandt.
In der Mototherapie werden Störungen in der Sensomotorik und Psychomotorik behandelt. Die Mototherapie ist für Kinder mit Entwicklungsstörungen, traumatisierten Kinder und Jugendliche geeignet. In den Therapiestunden steht die individuelle Entwicklung des Kindes/ Jugendlichen im Mittelpunkt. Die Kinder lernen in der Therapie ihre Ängste zu überwinden, gewinnen an Selbstvertrauen und bearbeiten Defizite in ihrer Wahrnehmung.
Motopädagogik ist ein Erziehungskonzept.
Motopädagogik ist Erziehung durch Bewegung. Die Motopädagogik ist eine spielerische Bewegungserziehung, die das Ziel verfolgt, die Motorik lustbetont zu vermitteln und Fehlentwicklungen motorischer und sozial-emotionaler Art. "Die Motopädagogik versteht sich als ein Fachgebiet der Pädagogik, das sich wissenschaftlich mit den speziellen Aspekten der Erziehung durch Bewegung beschäftigt." (vgl.Deutschem Berufsverband der Motopädinnen/Motopäden, DBM e. V.)Die Motopädagogik bezieht psychische und motorische Aspekte gleichermaßen in die Arbeit mit ein. In Kindertagesstätten wird die Motopädagogik häufig eingesetzt und ist aus dem pädagogischen Alltag nicht mehr wegzudenken.
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