Stundenaufbau in der Psychomotorik
Dienstag, den 16. März 2010 um 20:45 Uhr
Vor- und Nachbereitung für eine Psychomotorik-Förderstunde

Für Psychomotorik-Förderstunden sind Kleingruppen am besten geeignet. Dies ist wichtig, denn der Heilpädagoge kann sich so gezielt Übungen und Angebote aussuchen, die auf die jeweiligen Kinder zugeschnitten sind. Eine Vorbereitung ist daher unabdingbar, um die richtigen Fördermaßnahmen für das Kind herauszufinden. Kinder ändern meist ihren Spielverlauf, entwickeln eigene Spielideen und zeigen, was sie brauchen. Der Heilpädagoge ändert dementsprechend den Verlauf der Psychomotorik-Stunde und hält nicht an starren Strukturen fest. Die Nachbereitung ist ebenso wichtig wie die Vorbereitung: Der Heilpädagoge reflektiert jede Stunde noch einmal. Zuerst reflektiert er, wie das Kind sich in bestimmten Situationen verhalten hat und wie das Verhalten insgesamt in der Gruppe war. Diese Nachbereitungen sind wichtige Dokumentationen für Elterngespräche oder Gespräche mit Erziehern.
Offenheit in den Psychomotorik-Förderstunden
Kindern haben von Natur aus einen Erkundungsdrang. Dem wird in Psychomotorik-Förderstunden Rechnung getragen. Hier können die Kinder unterschiedliches Material selbst erproben.
Allein durch die Bewegung drücken Kinder ihre Gefühle und Bedürfnisse aus. Manch kleiner, ruhige Junge wird dann hier auch mal ein großer, mächtiger "Tiger". Die kindliche Phantasie kann somit intensiv in der Psychomotorik ausgelebt werden. Kinder erleben in der Psychomotorik vielfältige Möglichkeiten, sich selbst zu erfahren. Dabei lernen sie spielerisch ihren Körper kennen und mit ihm umzugehen. Andererseits können bestimmte Spiele und Übungen von Heilpädagogen genutzt werden, um spezifische Defizite in der Wahrnehmung und Motorik zu verbessern. Solche Psychomotorik-Förderstunden sind dann "strukturiert".
Spiele in der Psychomotorik
In einer Psychomotorik-Förderstunde sollten immer die Basisfunktionen im Vordergrund stehen. Diese sind: Laufen, Klettern, Balancieren, Drehen und Rutschen. Anhand von vielen Angeboten an Spielen und Übungen wird die Entwicklung der Kinder entsprechend ihrer Entwicklungsvoraussetzungen gefördert. Beispiel: Eine gemischte Gruppe von 3-5 Jahre alten Kindern balanciert über eine umgedrehte Turnbank. Die 5 Jahre alten Kinder laufen ohne Hilfsstellung über die Bank. Die 3 Jahre alten Kinder erhalten eine Balancierhilfe oder werden von der Pädagogin geführt.
Die oben genannten Basisfunktionen können durch Bewegungsparcours oder Spiele in jeder Psychomotorik-Förderstunde angeboten werden. Die Spiele können strukturiert oder angeleitet sein. Oft entwickeln Kinder eigene Spielideen während der Förderstunde. Dabei sind sie meist in Rollenspiele vertieft.
Psychomotorik-Förderstunden sind oft eine Mischung aus Spielen, die der Bewegung und der Wahrnehmung dienen, themenbezogenen Spielen (z. B. "Die Abenteuer der kleinen Hexe") oder Rollenspielen.
Eine abschließende Entspannungsübung findet immer statt, um die Kinder nach dem Spielen wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Der Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung sollte gegeben sein.
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