Heilpädagogische Sprachförderung
Samstag, den 18. Oktober 2008 um 12:44 Uhr
Bei der Sprachförderung sollten nicht nur die Sprechorgane angesprochen werden, sondern alle Sinne sollten bei den Übungen angegesprochen werden. Eine Sprachförderung kann beim Spielen, Musizieren, Turnen oder Basteln durchgeführt werden. Im Kindergartenalltag wird durch gemeinsame Rituale, Musizieren, Gedichte, Fingerspiele, Basteln und Spielen die Sprachentwicklung angeregt.
Mundmotorische Übungen

Spielerische Übungen zur Mundmotorik helfen Kindern ihren Mund besser kennen zu lernen. Ziel ist, dass die Beweglichkeit und Geschicklichkeit von Lippen und Zunge verbessert wird. Für die richtige Lautbildung ist eine gewisse Geschicklichkeit der Sprechwerkzeuge nötig. Die Sprechmuskulatur wird hierbei in spielerischer Form angeregt. Dabei wird der Tonus im Mundbereich reguliert. Besonders bei Artikulationsstörungen sind mundmotorische Übungen hilfreich. Zu den Übungen gehören:
- Lippenübungen
- Zungenübungen
- Gaumemübeungen
- Atemübungen
- mimische Übungen
Lautanbahnung

Differenzierungsübungen auf Geräusch- ,Klang- und Lautebene werden hier eingesetzt.Ist das Kind in der auditiven Wahrnehmung sensibel genug und können Ziellaute lokalisiert werden, beginnt anschließend die Lautanbahnung. Ziel ist, dass das Kind die angebahnten Laute auch in der Spontansprache einsetzen kann. Das Kind braucht hierbei unterstützende Sicherheit, Zeit und Raum.
Die Förderung der Grammatik, der Sprachwahrnehmung, des Sprachverständnisses sowie die Erweiterung des aktiven sowie passiven Wortschatz kann heilpädagogisch unterstützt werden. Wichtig bei jeder Sprachförderung ist, dass das Kind für die Sprache Neugier und Interesse zeigt.
Gemeinsame Rituale
Sozial-emotionale Bildung

Ein großer Schwerpunkt ist die Unterstützung der sozial-emotionalen Bildung. Kinder mit Sprachauffälligkeiten haben häufig Probleme im Sozialverhalten und mit ihren Emotionen. Es können unangepasste Verhaltensweisen (z. B. Schüchternheit, Rückzugsverhalten, Unsicherheit, Verweigerung, Aggressionen, mangelndes Selbstwertgefühl, Isolation, Ängst usw.) entstehen, die in der Förderung berücksichtigt werden müssen. Die Bedürfnisse nach Anerkennung, Liebe, Unabhängigkeit und auch Dominanz sollten durch angemessene Verhaltensweisen gezeigt werden, ansonsten können hier Teile der Bedürfnisse gestört sein. Aufgabe der Heilpädagogin ist es dann, das Kind an sozial angepasstes Verhalten heranzuführen.
Wie geschieht das Heranführen an sozial angepasstes Verhalten?
- Das Kind soll zu mehr Autonomie gelangen.
- Die Signale des Kindes soll der Heilpädagoge richtig deuten können.
- Für das Kind ist es wichtig, die unangenehmen Gefühle steuern zu lernen.
- Der Heilpädagoge soll soziale Grenz- und Konfliktsituationen erkennen.
- Das Kind wird zur Identifikationsfähigkeit befähigt
- Die Distanzierungsfähigkeit wird gefördert.
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