Einleitung Heilpädagogische Entwicklungsförderung
Freitag, den 17. Oktober 2008 um 18:06 Uhr
Eine Einführung in die heilpädagogischen Entwicklungsförderung (HPE)
Für wen ist die heilpädagogische Entwicklungsförderung geeignet?
Eine heilpädagogische Entwicklungsförderung ist eine systematische Hilfe für Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, die entwicklungsverzögert, verhaltensauffällig oder geistig behindert sind.
Was soll die HPE bewirken und wie wendet die Heilpädagogin eine HPE an?
Eine Heilpädagogin bietet Fördereinheiten an und berücksichtigt dabei die indivuellen Möglichkeiten des Klienten. Im Spiel (Funktionsspiel, Rollenspiel, Konstruktionsspiel, Regelspiel) werden neue Kenntnisse, Fähigkeiten und sinnvolle Verhaltensweisen geweckt.
Gesamtförderung
Die Heilpädagogin orientiert sich an der normalen Entwicklung im frühen Kindesalter. Das Ziel der heilpädagogischen Entwicklungsförderung ist die Gesamtförderung. Durch konkrete Förderangebote werden gezielt Funktionsbereiche angeregt (emotionale, sensorische, motorische, soziale und kognitive Fähigkeiten), dabei wird ausdrücklich der ganzheitliche Ansatz der Entwicklungsförderung betont.
Das kindliche Spiel
Als Konsequenz dieser ganzheitlichen Sicht der kindlichen Entwicklung und ihrer Anregung und Unterstützung steht deshalb das kindliche Spielen steht im Zentrum der Aufmerksamkeit, sowohl was die Diagnostik als auch die Förderung betrifft. Im Spiel realisiert das Kind seine Funktionen und erworbenen Fähigkeiten. Das kindliche Spiel gilt zugleich als die dem Kind gemäße, seinem Entwicklungsstand entsprechende Form des Lernens und der Tätigkeit. Das Kind soll „durch entwicklungsspezifische Spiel-Angebote im gemeinsamen Tun zur Selbständigkeit angeregt werden". Mit anderen Worten: das Kind soll spielend spielen lernen.
Stärken des Kindes
Die heilpädagogische Entwicklungsförderung setzt an den Stärken des Kindes an. Das Kind soll während der Förderung neue Erfahrungen mit sich, der Bezugsperson als Spielpartner und der dinglichen Umwelt machen.
Entwicklungsplan
Auf der Basis einer Entwicklungs- und Verhaltensdiagnostik wird ein Entwicklungsplan erstellt, der Richt-, Nah- und Lernziele enthält sowie auch Ziele der Zusammenarbeit mit den Eltern und anderen Bezugspersonen. Während der Fördereinheiten werden Protokolle angefertigt, eine Eingangsdiagnostik sowie ein Zwischenbericht werden verfasst. Die Fördereinheiten sollen regelmäßig, einmal pro Woche stattfinden. Zur Förderung der Sozialkompetenz empfiehlt es sich eine Kleingruppe mit ähnlichen Entwicklungsalter zusammenzustellen.
Durch eine heilpädagogische Entwicklungsförderung können Teilleistungsschwächen durch vielfältige Angebote verbessert und ausgeglichen werden.
Mit wem arbeitet die Heilpädagogin zusammen?
Die Einbeziehung, Beratung und Anleitung der Eltern des entwicklungsauffälligen Kindes ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Weiter arbeitet sie mit dem Personal und weiteren Fachpersonal zusammen (Erzieher, Logopäde, Ergotherapeut, Frühförderstelle).
Dieter Gröschke, die heilpädagogische Übungsbehandlung, in Frühförderung interdisziplinär, S. 33-36 (2007)
Clara Maria von Oy und Alexander Sagi,Lehrbuch der heilpädagogischen Übungsbehandlung, S. 72 (2004)
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