Barrieren im Kopf abbauen
Sonntag, den 20. Juli 2008 um 11:15 Uhr
Teilhabe jetzt: Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
Warburg. “In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?” Diese Frage geht jeden an. Gestern haben die Bewohner des Heilpädagogischen Therapie- und Förderzentrum St. Laurentius (HPZ) Antworten gegeben. Bunt und vielfältig soll eine Gesellschaft sein - genauso wie das Programm zum bundesweiten Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in der Fußgängerzone.
Live-Musik von der Lauri-Schulband, Interviews zum Thema Ehrenamt, Lesungen, ein Mitmach-Parcours: reichlich Vergnügungsstoff, ohne dass die Botschaft unterging. Wozu dies bunte Treiben? Das beantwortet die elfjährige Janine Redeker aus Rösebeck in einem Satz: “Alle Menschen wollen gleichberechtigt sein, einen Job kriegen, eben ganz normal leben.” Das ist die Botschaft.
“Teilhabe jetzt - eine Gesellschaft für alle”, nennt Organisatorin Barbara Altemeier vom Ehrenamt-Team der Einrichtung das Motto des Aktionstags. Ein hohes Ziel. “Es geht darum, Barrieren abzubauen. Und ich spreche jetzt nicht nur von hohen Bordsteinkanten”, sagt Siegfried Schröder, Ombudsmann für geistig schwerst- und mehrfach behinderte Menschen von der Kreisverwaltung aus Paderborn.
Es gehe um die Barrieren im Kopf. “Wir denken oftmals in Strukturen und Systemen, aber jeder Mensch ist ein Phänomen, ein Individuum. Er kann nicht in eine Schublade geschoben, verwaltet und erzogen werden. Was zählt, ist die Begegnung.” Eine Begegnung auf Augenhöhe sowie der Anspruch auf Bildung und Förderung für alle: “Genauso, wie wir selbst behandelt werden möchten.”
Quelle: 9. Mai 2008, http://www.nw-news.de


